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Eingewöhnungskonzept Kita “Yemayá”

 

 


Eine behutsame und individuelle Eingewöhnung ist uns sehr wichtig um dem Kind einen guten Start in der Kita zu ermöglichen.
Wir orientieren uns am “Berliner Eingewöhnungsmodell”, dessen fachliche Grundlage sich auf die Bildungstheorie von John Bowlby bezieht.
Es wurde entwickelt mit Beachtung der frühen Bindung des Kindes an seine Eltern und Bezugspersonen.
Das Ziel einer solchen Eingewöhnung ist es, dass das Kind mit der neuen Umgebung vertraut wird und eine Beziehung zur Bezugsperson (Erzieherin) aufbauen kann.
Dies geschieht in Kooperation mit den Eltern und dem Kind unter dem Schutz einer Bezugsperson. Die Eingewöhnungszeit ist abgeschlossen, wenn das Kind die Bezugsperson als sichere Basis akzeptiert, das heißt wenn es sich von ihr trösten lässt.
Die Dauer hängt von der Individualität des Kindes ab, in der Regel sind es zwischen 6 und 14 nachfolgende Tage. 


Dies sind die 4 Phasen der Eingewöhnung:

Grundphase

Mutter/Vater kommt mit dem Kind in die Kita, bleibt ca. 1h mit ihm zusammen im Gruppenraum und nimmt es danach wieder mit. Kein Trennungsversuch in den ersten drei Tagen!!

Erster Trennungsversuch

Einige Minuten nach Ankunft im Gruppenraum verabschiedet sich der Elternteil vom Kind, verlässt den Raum und bleibt aber in der Nähe.

Stabilisierungsphase

Die Zeiträume ohne Mutter/Vater in der Gruppe werden vergrößert. Der Elternteil bleibt in der Nähe.


Schlussphase

Der Elternteil hält sich nicht mehr in der Kita auf, ist jedoch telefonisch immer erreichbar, falls die Tragfähigkeit der neuen Beziehung zur Bezugsperson noch nicht ausreicht um das Kind aufzufangen.

Grundphase Tag 1 bis 3

Der Elternteil kommt mit dem Kind jeweils für 1h in die Kita und nimmt es anschließend wider mit.
Das Kind macht sich mit der neuen Umgebung vertraut, es bestimmt dabei selber womit es sich beschäftigen möchte.
Mit viel Empathie geht die Erzieherin auf das Kind ein und schafft so eine Vertrauensbasis. Auf Kontaktversuche des Kindes (Blickkontakt, anlächeln etc.) reagiert die Erzieherin aufmerksam, verhält sich ansonsten zurückhaltend.
Sie nimmt die Position der passiven Beobachterin ein.
Die erste Kontaktaktaufnahme der Erzieherin erfolgt durch die Beteiligung am Spiel des Kindes.
Die Pflege des Kindes (wickeln, Nase putzen etc.) übernimmt der Elternteil, während die Erzieherin in der Nähe ist.
In den ersten drei Tagen wird dem Kind eine gewisse Stabilität durch Wiederholung der Struktur vermittelt.

Erster Trennungsversuch Tag 4

Einige Minuten nach Ankunft im Gruppenraum verabschiedet sich die Mutter / der Vater vom Kind, verlässt den Raum und bleibt aber in der Nähe.
Ab diesem Tag übernimmt die Erzieherin die Pflege des Kindes selbstständig.
Der Elternteil  kommt nach ca. 2 Stunden zurück in die Kita, bleibt noch ein Weilchen und nimmt dann das Kind nach Hause.
Wenn dem Kind die Trennung noch sehr schwer fällt, wird die Absenzzeit des Elternteil verkürzt und am folgenden Tag ausgedehnt.
Erst wenn es sich von der Bezugsperson trösten lässt und etwa zwei Stunden gut ohne Elternteil auskommt, beginnt die Stabilisierungsphase.

Stabilisierungsphase Tag 5

Der Ablauf ist gleich wie beim vierten Tag, jedoch wird die Zeit ausgedehnt.
Nun bleibt das Kind einen halben Tag ( ca. 4 h ) ohne Elternteil in der Kita. Es kann es am gemeinsamen Mittagessen teilnehmen. Danach wird es abgeholt.

Stabilisierungsphase Tag 6

Der sechste Tag verläuft gleich wie der fünfte. Hat sich das Kind beim Mittagessen wohl gefühlt, ist der nächste Schritt das Kind in die Mittagsruhe zu begleiten, also schlafen zu legen. Ist das Kind noch nicht zu diesem Schritt bereit, wird es nach dem Mittagessen wider abgeholt, sonst nach dem Mittagschlaf.

Schlussphase ab Tag 7

Wenn sich das Kind einen halben Tag inkl. Mittagessen und Mittagsschlaf wohl gefühlt hat, beginnt nun die Schlussphase der Eingewöhnung. In diesem Fall bleibt das Kind den ganzen Tag in der Kita und wird in den Alltag integriert. Diese Phase dauert 1 - 2 Wochen.

Die Eingewöhnung ist abgeschlossen wenn das Kind:

  • einen ausgeglichenen Eindruck macht
  • sich von der Bezugsperson trösten lässt
  • sich von der Bezugsperson pflegen lässt
  • sich das Essen geben lässt
  • sich mit der neuen Umgebung auseinandersetzt
  • die Bezugsperson als “sichere Basis” akzeptiert

Sie als Eltern unterstützen Ihr Kind in der Eingewöhnungszeit am besten, indem Sie folgendes beachten:

  • Machen Sie es sich gemütlich im Gruppenraum und verhalten Sie sich grundsätzlich passiv.
  • Nehmen Sie die Rolle eines teilnehmenden Beobachters ein, so sind Sie die sichere Basis für Ihr Kind.
  • Reagieren Sie auf Annäherung und Blickkontakt positiv, nehmen Sie jedoch von Sich aus keinen Kontakt zum Kind auf.
  • Drängen Sie ihr Kind nicht sich von Ihnen zu entfernen oder etwas bestimmtes zu machen.
  • Falls Sie den Raum verlassen, lassen Sie zu, wenn Ihr Kind Ihnen folgt.
  • Verabschieden Sie sich immer von Ihrem Kind wenn Sie die Kita verlassen.
  • Eltern die sich selbst und ihrem Kind diese Aufgabe zutrauen, tragen viel dazu bei den Eingewöhnungsprozess glücklich zu bewältigen. Jegliche Unsicherheit ihrerseits überträgt sich auf Ihr Kind!